Seit 57 Jahren Eisenbahner-Sportverein

Schongau - Der Eisenbahner Sportverein Schongau ist ein Relikt vergangener Zeiten und dennoch beliebt wie eh und je. Heuer feiert der ESV seinen 57. Geburtstag.

Gasthof „Zur Eisenbahn“, 2. Juli, 1960. 34 Männer von Eisenbahn und Post sitzen in gemütlicher Runde zusammen. Es wird gelacht, geplaudert und getrunken. Es ist der Gründungstag des Eisenbahner Sportvereins Schongau. Sechs Abteilungen (Kegeln, Schach, Tischtennis, Faustball, Ski und Fußball) werden an diesem Tag aus der Taufe gehoben.

Einer, der damals mit am Tisch saß, ist Anton Barnsteiner. Der heute 89-Jährige ist eines von acht heute noch lebenden Gründungsmitgliedern. Aber auch bei ihm verblasst die Erinnerungen an jenen, für die Eisenbahner in Schongau so wichtigen, Tag. „Wie genau das alles abgelaufen ist, weiß ich nicht mehr“, sagt er. Federführend seien aber auf jeden Fall die Kegler gewesen, ist er sich sicher. Diese Gruppe von zehn bis 15 Sportkameraden habe das Vorhaben Vereingründung vorangetrieben.

Erst einmal gegründet, erfreute sich der Verein schnell großer Beliebtheit. Bedingt durch drei vorhandene selbstständige Dienststellen (Bahnbetriebswerk, Bahnhof und Bahnmeisterei) waren 260 aktive Eisenbahner (heute sind es noch zehn) vorhanden, und unter ihnen zahlreiche begeisterte Sportler.

Im Jahr 1963 kamen dann die Abteilungen Sportfischen, Sportschützen dazu. Durch die Personalreduzierung wurden später die Abteilungen Fußball, Faustball und Schach aufgelöst. Dafür wurden die Abteilungen Tennis und Wandern neu gegründet.

Kurz nach der Vereinsgründung kam bei den Mitgliedern der Wunsch auf, man möge ein Vereinsheim mit zwei Kegelbahnen und später zwei Tennisplätzen auf Bundesbahngelände erstellen. Diese Vorstellungen wurden Anfang der 70er Jahre durch die Bestimmungen des DB–Vorstands schmerzlich beerdigt. „Die angeordneten Streckenstilllegungen, Personaleinsparungen sowie der Verkauf von Grundstücken waren der Todesstoß für unsere baulichen Vorstellungen“, erinnert sich ESV-Vorsitzender Heinrich Forster.

Mit aller Härte traf es den Schongauer Bezirk, dadurch auch die Bahnbediensteten und die Landkreisbevölkerung. Zudem erfolgte die Auflösung des Bahnbetriebswerks und der Bahnmeisterei sowie die Streckenauflösung Schongau– Kaufbeuren.

Doch trotz aller Probleme, der ESV Schongau blieb bestehen und hat bewiesen, dass er mehr ist als eine Modeerscheinung der 60er. Denn heute, ein halbes Jahrhundert nach seiner Gründung, feiert der Verein seinen 57. Geburtstag. Und auch wenn der ESV mit etwa 300 Mitgliedern zu den kleineren Vereinen im Verband der Deutschen Eisenbahner-Sportvereine (VDES) zählt, ist er nicht minder aktiv: Egal ob auf internationaler, nationaler, Bezirks- oder Vereinsebene, Mitglieder des ESV sind immer mit dabei.

Bei einer großen Feier im Ballenhaus, schwelgten die Mitglieder jetzt in Erinnerungen und ehrten verdiente und herausragende Mitglieder.

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